RHEINBLICK - 3 Fragen 3 Antworten - Werner Böttcher

 

Wie stehen Sie zur Kappung des Cityrings und warum?

Der ADFC ist eindeutig für die Kappung des City Rings als ein Baustein für die erforderliche Umgestaltung der Verkehrsströme in Bonn.  Im ersten Schritt ist hierfür die Durchfahrt des motorisierten Individualverkehrs vor dem  Hauptbahnhof zu unterbinden. Die derzeitige Verkehrsführung ist überflüssig, nicht mehr zeitgemäß und fast in keiner anderen Stadt mehr anzutreffen. Die Straße `Am Hauptbahnhof´ muss künftig Fußgängern, Fahrradfahrern und ÖPNV vorbehalten sein, um als Ersatz für einen Bahnhofsvorplatz wenigstens eine halbwegs attraktive Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt  mit den neu errichteten Gebäudekomplexen zu schaffen. Weder aus privaten noch aus beruflichen/gewerblichen Gründen ist es erforderlich vor dem Bahnhof entlang zu fahren. Schon im `Masterplan Innere Stadt´ (2012) wird der Cityring als neuralgischer Punkt für die "attraktive und leistungsstarke Weiterentwicklung der Innenstadt bezeichnet".  Laut Masterplan sollten die Straßen Rathausgasse, Am Hof, Martinsplatz, Wesselstraße, Maximillianstraße und Am Hauptbahnhof für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden, nicht jedoch für den öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und den Anliefer- und Anwohnerverkehr. Es wird Zeit, dass dieser Plan, dem damals bereits der Rat zugestimmt hatte, endlich in die Tat umgesetzt wird.

 

Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig bzw. unwichtig, dass die Innenstadt für den motorisierten Individualverkehr gut erreichbar ist?

Für den Einzelhandel ist es sicherlich wichtig, dass die Innenstadt auch für PKWs gut erreichbar ist. Dies ist jedoch gewährleistet, wenn die in Bonn in ausreichender Zahl vorhandenen Tiefgaragen/Parkhäuser sternförmig angefahren und auf diesem Weg wieder verlassen werden können. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Innenstadt ist es aber unerlässlich, Anreize zu schaffen, die zu einer Reduzierung des Kfz-Verkehrs führen. Wir sind durchaus der Meinung, dass jeder Bürger die freie Wahl haben soll, mit welchem Verkehrsmittel er in die Innenstadt gelangen will. Dies berechtigt jedoch nicht zu der Forderung, dass dies mit dem PKW dann auch staufrei möglich sein muss. Jeder Bürger entscheidet auch frei darüber, ob er lieber die Umwelt verpestet, Verkehrsstau produziert oder doch lieber den Öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad benutzt. Zudem zeigen alle Beispiele in anderen Städten, dass die Reduzierung des Kfz-Verkehrs nicht mit einer Verödung der Innenstädte einhergeht, sondern im Gegenteil der Einzelhandel davon sogar mit steigenden Umsätzen profitiert.

 

Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die Attraktivität des ÖPNV steigern?

Der Bonner ÖPNV ist im Grundsatz besser als sein Ruf, er ist allerdings zu teuer. Besonders in preislicher Hinsicht muss die Benutzung von Bussen und Bahnen attraktiver werden. Hier sind die verschiedensten Modelle bis hin zu kostenlosem ÖPNV denkbar. Ist dies, was beispielsweise in Tallin funktioniert, für Bonn wirklich derart undenkbar? Natürlich muss auch hinsichtlich der Kapazitäten das Angebot gesteigert werden. Als ADFC bemängeln wir zudem die Einschränkungen hinsichtlich der Fahrradmitnahme. Die Stadtwerke Bonn bieten zwar Fahrradtickets an, in der Realität gestaltet sich die Mitnahme jedoch als Lotteriespiel. Bei allem Verständnis für den Vorrang von Kinderwagen und Rollstuhlfahrern wären eindeutigere und nachvollziehbare Regelungen sowie technische Verbesserungen zu fordern.

 

Biografische Angaben:

Werner Böttcher ist Jahrgang 1946 und seit 2014 verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bonn/Rhein-Sieg e.V. , der mit seinen inzwischen mehr als 5.000 Mitgliedern die Interessen der Fahrradfahrer in der Region vertritt.

In seinem "Leben davor" war er als Agrarjournalist bei der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH tätig und dort auch jahrelang Betriebsratsvorsitzender. Aus dieser beruflichen Vorgeschichte und seinen sportlichen Aktivitäten mit u.a. mehr als 50 absolvierten Marathonläufen resultieren Ausdauer, Beharrlichkeit und nicht zuletzt eine gehörige Portion Leidensfähigkeit, die er benötigt, um gegen die noch immer autoorientierte Verkehrspolitik in Bonn und Rhein-Sieg bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer durchzusetzen.

Multimodal ist auf "Neu-Deutsch" Werner Böttchers Verkehrsverhalten zu nennen. In Keller und Garage stehen nicht nur 5 unterschiedliche Fahrräder (von Rennrad bis Tandem), sondern auch ein Auto und der ÖPNV wird auch nicht außer Acht gelassen. Diese Sicht aus unterschiedlichen Blickwinkeln hat ihm motiviert, sich in und mit dem ADFC für die Entwicklung eines Verkehrssystems einzusetzen, das auf Nähe und die intelligente Verbindung verschiedener Verkehrsmittel baut. Und in dessen Mittelpunkt das Fahrrad steht (Auszug aus "Radverkehrspolitisches Programm des ADFC Bonn/Rhein-Sieg").

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