RHEINBLICK - 3 Fragen - 3 Antworten: 2017 - 1 - 1

Sabine Kreuzer (Rektorin der Marie-Kahle-Gesamtschule)

 

1. Was ist das Wichtigste, das Sie Ihre eigene Schulzeit gelehrt hat?

Bildlich gesprochen: Mich nicht auf das Navigationssystem zu verlassen. Zu meiner Zeit funktionierten Schulen nämlich wie ein Navigationssystem. Als Schülerin wurde mir von manchen Lehrer*innen lange, bevor ich auch nur die Idee hatte, vielleicht abzubiegen, gesagt, in welche Richtung ich nun weiterdenken muss. Dabei lernt man dann, sich selbst nicht mehr anzustrengen und eine Sache zu durchdenken. Es ist bequemer abzuwarten, wie die nächste Ansage lautet. Richtig gelernt habe ich bei den Lehrer*innen, die mir - um im Bild zu bleiben – eine Karte gegeben haben, aber die mir die Freiheit gelassen haben, mein Ziel zu setzen und den Weg dahin zu finden. Das waren auch die, die es nicht schlimm fanden, wenn ich einen Umweg gefahren war und sich gerne davon berichten ließen, was man auf dem Umweg erlebt hatte.

Selbst denken lernen – das ist aus meiner Sicht das Wichtigste!

 

2. Universitäten wie Ausbildungsbetriebe klagen, dass Schulabgänger*innen heute schlechter vorbereitet seien als ehedem. Lehrt die Schule an der Lebenswirklichkeit vorbei?

Lebenswirklichkeiten sind so zahlreich und verschieden wie die Menschen in ihnen. Selbstredend müssen die grundlegenden Kompetenzen für den jeweiligen Schulabschluss sicher „sitzen“. Ich glaube aber, dass wir oft gar nicht das suchen, was die jungen Menschen können, sondern das, von dem wir glauben, dass wir es damals konnten. Dabei verpasst man Einiges und kommt zu einer defizitären Einschätzung. Aus meiner Sicht brauchen junge Menschen Respekt, Freiheit und ein klares Ziel – dann „liefern“ sie auch. Zielsetzungen müssen natürlich realistisch sein. Aus meiner pädagogischen Sicht sind Kinder nun einmal kein Gefäß, das ich nach Belieben befüllen kann. Und aus keinem  Kinderkopf kommt das, was hineinkam, unverändert wieder heraus. Aus meiner Sicht muss man um dieses Problem zu beherrschen klar formulieren können, was man als Arbeitgeber oder Universität denn erwartet und dann den jungen Menschen Zeit und Raum geben, sich zu sammeln und auf die Herausforderung einzustellen.

Übrigens gibt es die Klagen über die Jugend von heute schon bei Sokrates – vor gut 2.500 Jahren.

 

3. Über welche Kenntnisse und Kompetenzen müssen aus Ihrer Sicht alle Menschen einer Gesellschaft verfügen, damit Zusammenleben funktioniert?

Die OECD hat aus meiner persönlichen und unserer schulischen Sicht diese Schlüsselkompetenzen klar umrissen. Ich weiß sie nicht genau auswendig, aber ich umreiße sie folgendermaßen:

1. Man muss interaktiv (in Interaktion mit einem anderen Menschen) Sprache, Symbole, Wissen und Technologien nutzen können – also rausfinden, wie etwas funktioniert oder gemeint ist und das auch kommunizieren können;

2. Man muss tragfähige Sozialbeziehungen (auch mit sich selbst!) unterhalten können – also auch Konflikte lösen, Krisen bewältigen, kooperieren und interkulturell agieren;

3. Man soll sein Umfeld gestalten können – im größeren Kontext denken, ein politisches Bewusstsein entwickeln, mit anderen ein Projekt planen und realisieren können und den Rechten und Bedürfnissen Anderer respektvoll begegnen.

An unserer Schule nennen wir das `Life Skills´. Diese sind nach erfolgreicher Vermittlung in einem Bewerbungsgespräch nur bedingt erkennbar und überprüfbar – aber sie schaffen glückliche Menschen, die ihre Welt sinnvoll gestalten und Verantwortung tragen.

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