Fass ohne Boden: Kosten für Beethovenhallensanierung wachsen weiter

Veröffentlicht am 29.06.2018 in Kommunalpolitik

Jede neue Verwaltungsvorlage ist Millionen wert – so jedenfalls ist das bei der Sanierung der Beethovenhalle. Für den Projektbeirat Sanierung Beethovenhalle am 28. Juni legte die Stadt neue Zahlen vor. Diese sahen eine neuerliche Steigerung vor Die Kostenprognose liegt jetzt netto bei 84,3 Millionen Euro. Dazu kommen nochmal 2,9 Millionen Euro für die Ausstattung. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn sieht sich wieder einmal in ihren Befürchtungen bestätigt.

„Die Kosten wachsen und wachsen und kein Ende in Sicht“, ärgert sich Angelika Esch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Projektbeirat Sanierung Beethovenhalle. „Ganz offensichtlich sind die Kosten nicht in den Griff zu bekommen. Selbst jetzt nicht, wo der Zeitdruck weg ist, weil das Jubiläums-Beethoven-Fest 2020 ohnehin nicht mehr zu erreichen ist.

Apropos Zeitplan. Auch der ist nach wie vor nicht unter Kontrolle. Wie die Verwaltung berichtete, können einige Gewerke nicht weiterarbeiten, weil notwendige Vorarbeiten noch nicht erbracht wurden. Diese Verzögerungen sollen zwar die Fertigstellung der Sanierung der Beethovenhalle im Februar 2020 nicht verzögern. Ob dies aber tatsächlich so eintreten wird, werden wir wohl erst in zwei Jahren wissen.“ Die bekannten Probleme zögen sich also weiterhin durch die Sanierung der Halle. Der Eindruck, dass die Verwaltung nicht willens und in der Lage ist, dies zu ändern, bleibt und da sei es auch nur ein schwacher Trost, dass sie von CDU, Grünen und FDP damals gegen ihre ausdrückliche Empfehlung in diese umfangreiche Sanierung getrieben wurde. „Jetzt muss der Oberbürgermeister die Aufgabe managen und in erster Linie dafür sorgen, dass die Kosten nicht noch weiter aus dem Ruder laufen. Nun rächt sich auch, dass die Ratskoalition zusammen mit dem Oberbürgermeister einfach durchzieht. Im März dieses Jahres hätte die Möglichkeit bestanden, die Sanierung zu stoppen und zu prüfen, wie man verantwortungsvoll mit der sich schon damals abzeichnenden Situation umgeht. Oberbürgermeister und Ratskoalition haben dies aber abgelehnt und sich sehenden Auges dazu entschieden, weiter an einem Millionengrab für unsere Stadt zu buddeln.“

 
 

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