Evelyne Gebhardt: „eCall wird Leben retten“

Veröffentlicht am 29.03.2018 in Europa

Automatisches Notrufsystem startet EU-weit

Das europaweite automatische Notrufsystem eCall soll ab Samstag, 31. März 2018, EU-weit zum Einsatz kommen. eCall soll wesentlich dazu beitragen, Rettungseinsätze zu beschleunigen und effizienter zu gestalten.

„Wir gehen davon aus, dass durch den eCall in der Europäischen Union mehrere hunderte Menschenleben pro Jahr gerettet werden können“, so Evelyne Gebhardt, Verbraucherschutzexpertin der SPD im Europäischen Parlament.

Mit eCall (emergency call oder automatischer Notruf) soll, im Falle eines Autounfalls, der Airbag-Sensor automatisch über das Mobilfunknetz die örtlich zuständige Notrufzentrale 112 informieren.

Dabei wird ein sogenannter Minimaldatensatz übertragen, der unter anderem die Positionsdaten des Unfallfahrzeugs enthält. Weiterhin wird eine Sprechverbindung zwischen dem Fahrzeug und der Notrufabfragestelle aufgebaut. Notwendige Rettungsmaßnahmen können so sehr viel schneller eingeleitet werden, als wenn die Rettungskräfte auf herkömmlichem Wege alarmiert werden. Aber auch wenn aufgrund von Verletzungen der Fahrzeuginsassen keine Sprechverbindung zustande kommt, kann die Notrufabfragestelle künftig eine sofortige Hilfeleistung veranlassen.

„Ab jetzt müssen die Hersteller alle Neufahrzeuge mit einem eCall-System ausstatten. Europäische Standardisierung und Normung hat, insbesondere durch die Berichterstattung von Boulevardmedien, bei nicht wenigen Menschen grundsätzlich einen schlechten Ruf. Dabei hilft das eCall-System, wie die meiste, auch kleinteilige Produktnormierung durch die Europäische Union, nicht nur Wirtschaftsakteuren, länderübergreifend den europäischen Binnenmarkt zu erschließen, sondern auch einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Verbraucherschutzstandard zu gewährleisten“, so Evelyne Gebhardt, Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments.  

Der potenziell lebensrettende Zeitraum zwischen einem Unfall und der Verständigung der Rettungskräfte soll nach Schätzungen der EU-Kommission mit eCall um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Denn selbst wenn Unfallopfer in ihrem Fahrzeug nicht mehr ansprechbar sind, können ihnen Rettungskräfte durch die Übermittlung weniger Daten helfen.

 
 

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