„Ungleiches ungleich behandeln – wir stehen hinter diesem Prinzip!“

Veröffentlicht am 09.09.2019 in Kommunalpolitik

Zur Pressekonferenz des Bündnisses von Schule3 erklärt Jochen Ott, MdL (schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW):

Jochen Ott: „Die SPD-Landtagsfraktion sieht die Herstellung von Bildungsgleichheit in allen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens als die größte Herausforderung. Insbesondere auch Schulen in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen haben mit einem erhöhten Lehrermangel zu kämpfen. Deshalb brauchen diese Schulen deutlich mehr Unterstützung. Wir brauchen einen schulscharfen Sozialindex! Das Bündnis Schule3  hat uns heute verdeutlicht, dass wir mit unserer bildungspolitischen  Schwerpunktsetzung auf dem richtigen Weg sind und den Finger auf Frau Gebauers Wunde legen: Sie lässt die Schere zwischen den Schulformen immer weiter auseinander gehen. Insbesondere die einseitige Bevorzugung des Gymnasiums führt zu einer Verschärfung der Situation.

Neben der Herausforderung, die Schulen3 deutlich besser auszustatten, wird die Lage an den Grundschulen dramatisch.

Die Landesregierung rühmt sich mit Ihren Berechnungen und Statistiken, aber es hat sich herausgestellt, dass diese falsch sind. Die aktuellen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung sind alarmierend. Es fehlen deutlich mehr Grundschullehrer, als die Landesregierung prognostiziert hat. Bis 2025 fehlen nicht 15.300, sondern 26.300 Lehrer an Grundschulen.

Die dramatische Situation an den Grundschulen wird sich weiter verschärfen.

Wir brauchen sofort die Gehaltsstufe A13 für alle Lehrer. Darüber hinaus sind ein Werbeprogramm an den Hochschulen für das Grundschullehramtsstudium sowie   Qualifizierungsprogramme für Quereinsteiger überfällig. Die Verantwortung der Landesregierung bleibt: Sie muss gleiche Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler garantieren.“

Eva-Maria Voigt-Küppers, MdL ergänzt: „Der Masterplan Grundschule lässt auf sich warten. Die Grundschulen werden ständig vertröstet. Dabei sind sie am Rande der Leistungsfähigkeit und funktionieren nur noch, weil es dort engagierte und leidenschaftliche Grundschullehrerinnen gibt, die die Herausforderungen der Inklusion, Integration und das Auffangen der abgeschulten Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium meistern.

Die Forderungen des Bündnisses, dass das Ministerium für Schule und Bildung endlich umgehend Steuerungsinstrumente entwickelt, ist gerecht, denn Bildungsgerechtigkeit hat Vorfahrt. Frau Gebauer hat die Talentschulen erfunden und meint, damit sei das Bildungssystem gerecht. Das ist falsch. Jede Schule sollte eine Talentschule sein, überall müssen die Kinder optimal gefördert werden.“

 
 

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